Eine Photovoltaikanlage braucht wenig Pflege. Regen spült einen Teil des Schmutzes ab, und viele Anlagen laufen jahrelang ohne Reinigung. Irgendwann fragen sich trotzdem viele Besitzer, ob die Module sauber genug sind und ob sie selbst zum Schrubber greifen sollen. Dieser Vergleich soll bei der Entscheidung helfen. Konkrete Ertragszahlen nennen wir dabei nicht, weil sie von Anlage zu Anlage zu stark schwanken.
Muss die Anlage überhaupt gereinigt werden?
Ob Verschmutzung den Ertrag spürbar mindert, hängt zuerst von der Neigung ab. Auf steilen Dächern läuft Regenwasser schnell ab und nimmt Staub mit. Bei flachen Anlagen und Flachdächern sammelt sich Schmutz an der unteren Modulkante.
Dann kommt die Umgebung. Felder und Ställe bringen Staub, Bäume bringen Pollen, Harz und Laub, eine viel befahrene Straße bringt Ruß. In den ländlichen Ortsteilen rund um Unna liegen Wohnhäuser oft direkt am Feld. Vogelkot wiegt schwerer als eine gleichmäßige dünne Staubschicht, weil er fest antrocknet und einzelne Zellen vollständig abdeckt. Moos und Flechten wachsen vom Rahmen her auf das Glas, besonders im Schatten.
Den besten Hinweis liefert Ihr Wechselrichter oder Ihre Monitoring-App. Liegt der Ertrag bei ähnlichem Wetter deutlich unter dem Vorjahreswert, ist Verschmutzung eine mögliche Ursache. Andere Ursachen wie ein defekter String oder neue Verschattung durch einen gewachsenen Baum sollten Sie dabei mitdenken.
Selbst reinigen: Vorteile
- Keine Kosten für eine Firma, wenn Sie das Material schon haben.
- Sie können sofort reagieren, etwa nach einem Pollenflug oder wenn Vögel auf dem Carport-Dach gesessen haben.
- Bei Anlagen, die vom Boden oder einer sicheren Terrasse aus erreichbar sind, ist der Aufwand überschaubar.
Selbst reinigen: Nachteile und Risiken
- Der wichtigste Punkt ist die Absturzgefahr. Auf einem nassen Dach ohne Sicherung ist schon ein kurzer Einsatz gefährlich.
- Normales Leitungswasser enthält Kalk. Trocknet es auf dem Glas, bleiben Flecken, die wieder Licht abhalten. Fachbetriebe arbeiten deshalb mit demineralisiertem Wasser.
- Harte Bürsten, Scheuerschwämme und scharfe Reiniger können die Glasoberfläche zerkratzen. Hochdruckreiniger können Dichtungen beschädigen.
- Viele Hersteller beschreiben in ihren Unterlagen, wie gereinigt werden darf. Wer davon abweicht, riskiert im Schadensfall Diskussionen über die Garantie. Lesen Sie die Anleitung Ihrer Module, bevor Sie anfangen.
- Auf die Module zu treten, ist tabu. Es kann Mikrorisse in den Zellen verursachen, die man von außen nicht sieht.
Reinigen lassen: Vorteile
- Ein Fachbetrieb arbeitet mit Teleskopstangen vom Boden oder von gesicherten Positionen aus und muss Absturzsicherung einplanen.
- Gereinigt wird mit demineralisiertem Wasser und weichen Bürsten, ohne Chemie. So bleiben weder Kalk noch Kratzer zurück.
- Bei der Reinigung fallen lose Kabel, gebrochene Rahmen oder Nester unter den Modulen eher auf.
- Ein Einsatzprotokoll dokumentiert, wann und wie gereinigt wurde.
Reinigen lassen: Nachteile
- Es kostet Geld, und bei einer gering verschmutzten Anlage steht dem kein großer Nutzen gegenüber.
- Sie sind an einen Termin gebunden.
Wenn Sie selbst reinigen: so gehen Sie vor
- Lesen Sie die Reinigungshinweise des Modulherstellers.
- Reinigen Sie nur, was Sie sicher vom Boden, von einer Terrasse oder einem Balkon erreichen.
- Wählen Sie den frühen Morgen oder einen bedeckten Tag, damit das Wasser nicht auf heißem Glas verdunstet.
- Spülen Sie losen Staub zuerst mit wenig Druck ab.
- Lösen Sie Verschmutzungen mit einer weichen Bürste an einer Teleskopstange, ohne Reinigungsmittel.
- Spülen Sie nach, möglichst mit entmineralisiertem Wasser, damit keine Kalkflecken bleiben.
Lässt sich etwas so nicht entfernen, etwa angetrockneter Vogelkot oder Moos am Rahmen, hören Sie an dieser Stelle auf. Kratzen oder Schaben richtet mehr Schaden an, als die Verschmutzung kostet.
Was eine Reinigung bei uns ungefähr kostet
Unsere Solarpanel-Reinigung beginnt bei 2,50 EUR / Modul. Bei einer Beispielanlage mit 20 Modulen ergibt das einen Richtwert ab 50 Euro. Das ist eine Beispielrechnung, kein Angebot: Dachhöhe, Zugang und Verschmutzung verändern den Aufwand. Für eine eigene Rechnung gibt es den Kostenrechner. Für regelmäßige Reinigung bieten wir einen Wartungsvertrag ab 99 EUR / Jahr an.
Ob sich das für Sie lohnt, hängt davon ab, wie viel Ertrag die Verschmutzung kostet. Eine Rechnung mit eigenen Werten zeigt unser Artikel Solarpanel-Reinigung: Warum sie sich lohnt.
Unsere Einschätzung
Wenn Sie die Module sicher vom Boden aus erreichen und die Verschmutzung leicht ist, spricht wenig gegen eine eigene Reinigung mit weichem Wasser und weicher Bürste. Sobald jemand dafür aufs Dach steigen müsste, raten wir davon ab. Das gilt auch für festsitzenden Vogelkot und Moos, die sich mit Hausmitteln kaum entfernen lassen, ohne die Oberfläche zu strapazieren.
Wir reinigen Anlagen in Unna, Bönen, Werne, Fröndenberg und im übrigen Kreis Unna.